Mit Leidenschaft zum Erfolg

Martin Lanig

Er strahlt auf dem Platz eine große Präsenz aus. Nicht nur aufgrund seiner Statur, sondern auch wegen seiner Spielübersicht, Passsicherheit und seinem Einsatzwillen. Dank dieser Eigenschaften eroberte er sich beim FC auf Anhieb einen Stammplatz unter Zvonimir Soldo. Ullrich Schindler sprach für das GeißbockEcho mit Martin Lanig über den Saisonauftakt, das kommende Heimspiel und Tugenden, die der Neuzugang seinen Mitspielern vermitteln möchte.

GeißbockEcho: Martin, zwar ist der 1. FC Köln souverän in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen, doch legte der FC mit zwei Niederlagen in Folge einen unglücklichen Start in der Bundesliga hin. Was waren die ausschlaggebenden Gründe hierfür?

Martin Lanig: „Im ersten Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern haben wir sehr unglücklich bereits nach zwei Minuten eine Rote Karte bekommen. Es ist natürlich schwierig, ein Spiel zu gewinnen, wenn man fast 90 Minuten lang in Unterzahl spielt. Im zweiten Spiel hatten wir mit Werder Bremen einen sehr starken Gegner. Die Mannschaft spielt schon über Jahre hinweg in der Champions League eine gute Rolle. In Bremen zu gewinnen, ist für jedes Team sehr schwer.“

Die Stimmung im Team war während der Vorbereitung ausgezeichnet. Auch wenn man in diesen Tagen die Mannschaft am Geißbockheim trainieren sieht, bekommt man einen positiven Eindruck. Wie sieht es in der Mannschaft momentan aus?

„Die Stimmung im Team ist nach wie vor gut. Aber wir müssen natürlich aufpassen und dürfen die momentane Situation nicht unterschätzen. Wir haben noch keine Punkte geholt. Daher müssen wir weiter ans uns arbeiten und alles dafür geben, das nächste zu Spiel zu gewinnen.“

Du hast als Saisonziel Platz zehn ausgegeben.

„Ich bin auch weiterhin felsenfest davon überzeugt, dass wir das schaffen werden. Es war von Anfang an klar, dass dieses Ziel kein leichtes Unterfangen sein würde. Wichtig ist, dass wir von Spiel zu Spiel denken und gegen St. Pauli endlich anfangen zu punkten.“

Worauf kommt es im Heimspiel gegen den FC St. Pauli insbesondere an?

„Für uns ist entscheidend, dass wir mit Leidenschaft und Kampf wieder aus dieser Situation herauskommen. Es hilft nichts, jetzt Zauberfußball zeigen zu wollen. Wir müssen kämpfen und mit hundertprozentigem Siegeswillen in das Spiel gehen. Am Ende zählt nur das Resultat. Aber wir wissen natürlich auch, dass es ein schweres Spiel für uns wird, bei dem wir Geduld haben müssen. St. Pauli ist eine sehr gut organisierte Mannschaft, deren Abwehr nicht leicht zu überwinden ist. Wir dürfen uns da nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wichtig ist, dass wir kein Tor bekommen. Und ich bin mir sicher, dass wir dann auch selbst Tore machen werden.“

Der FC gewann letzte Saison nur drei Heimspiele. Auch diese Saison verlor der FC unglücklich den Heimauftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern. Welchen Einfluss hat dies auf die Selbstsicherheit bei Heimspielen?

„Das hat keinen Einfluss auf die Mannschaft. Wieso sollten wir uns dadurch verunsichern lassen? Ich bin der Meinung, dass man nach gerade mal einem verlorenen Spiel noch nicht den Rückschluss ziehen kann, dass wir zu Hause keine Spiele gewinnen können. Zwar haben wir unser erstes Heimspiel gegen einen Aufsteiger verloren, allerdings ist die Niederlage durch die frühe Rote Karte zu erklären. Innerhalb der Mannschaft wird das jedenfalls nicht thematisiert und wir sind überzeugt, dass wir diese Saison noch viele Heimspiele gewinnen werden.“

Du bist der erfahrenste und prominenteste Neuzugang des 1. FC Köln und hast den Anspruch, Führungsspieler zu werden. Welche Tugenden möchtest Du Deinen Mitspielern vorleben und vermitteln?

„Ich will vor allem vermitteln, dass man immer mit einhundert Prozent bei der Sache sein muss und immer mit Leidenschaft, Kampf und Einsatzwillen spielt. Darüber entscheidet sich am Ende, ob wir Spiele verlieren oder gewinnen.“

Du hast bisher für Vereine wie Hoffenheim, Fürth und Stuttgart gespielt, die allesamt als sehr spielstarke Mannschaften gelten. Ist der 1. FC Köln dagegen eine Mannschaft, die mehr über den Kampf und die Leidenschaft kommen muss?

„Leidenschaft und Kampf zeichnen jede Mannschaft aus. Bayern München würde nicht in der Tabelle ständig oben stehen, wenn die Mannschaft keine Leidenschaft zeigen würde. Das ist eine Grundvoraussetzung, mit der du in jedes Spiel gehen musst, um zu gewinnen. Das gilt natürlich auch für uns. Wir müssen in jedes Spiel mit der richtigen Einstellung gehen und alles geben, und das tun wir auch. Unser Team hat außerdem eine hohe spielerische Qualität, da brauchen wir uns vor keiner Mannschaft zu verstecken.“

Dein Eindruck von der Mannschaft ist also durchweg positiv.

„Absolut! Grundsätzlich stimmen die Einstellung und der Einsatzwille in unserer Mannschaft. In den bisherigen Spielen haben wir das auch gezeigt, allerdings fehlte uns in den entscheidenden Zweikampfsituationen der letzte Tick Aggressivität. So haben wir die Gegentore bekommen und das müssen wir abstellen. In solchen Zweikämpfen müssen wir die Oberhand haben.“

Gegen Kaiserslautern bekam Dodo früh die Rote Karte. Gegen Bremen geriet die Mannschaft durch einen Elfmeter nach einem Foul an Marin in Rückstand. Welche Auswirkungen haben solche Schiedsrichterentscheidungen auf das Zweikampfverhalten der Spieler?

„Ich glaube nicht, dass sich diese Entscheidungen auf das Zweikampfverhalten unserer Mannschaft ausgewirkt haben. So was darf sich auch nicht auf die Spielweise eines Spielers auswirken. Natürlich kann ich nur für mich sprechen. Ich lasse mich davon nicht beeinflussen und gehe nicht etwa vorsichtiger in die Zweikämpfe. Eine gewisse Härte und Aggressivität im Zweikampf halte ich für unabdingbar.“

Für das Zweikampfverhalten ist körperliche Fitness wichtig. Du warst lange Zeit verletzt, hast nun aber die Vorbereitung ohne Problem durchgestanden. Hast Du wieder volles Vertrauen in Dein Knie?

„Die Verletzung ist überstanden. Ich spüre nichts mehr und fühle mich zu einhundert Prozent fit.“

Du hast in einem früheren Interview gesagt, dass Du durch Deine Verletzung gelernt hättest, Deinen Beruf noch mehr zu schätzen. Glaubst Du, dass Profifußballer häufig nicht wissen, was sie an ihrem Beruf haben?

„Es mag sein, dass viele Profis sich nicht darüber bewusst sind, was für ein großes Privileg es ist, mit Fußball sein Geld zu verdienen. Während des Trainingsalltags macht man sich über andere Dinge Gedanken. Was mich anbetrifft, so habe ich vor allem während meiner Verletzung gemerkt, wie groß der Spaß ist, den ich am Fußballspielen habe. Ich wollte in dieser Zeit nur endlich wieder trainieren. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich heute fit bin und keine Probleme mehr mit dem Knie habe.“

Martin Lanig

Geburtsdatum 11. Juli1984
Geburtsort Bad Mergentheim

Bisherige Karriere

Jugend  
SV Königshofen  
TSV Tauberbischofsheim  
1. FC Nürnberg  
FV Lauda  
   
Profi  
2003 - 2006 TSG Hoffenheim
2006 - 2008 SpVgg Greuther Fürth
2008 - 2010 VfB Stuttgart
seit 2010 1. FC Köln
   
Spiele|Tore  
Bundesliga 29|4
DFB-Pokal 12|1
 

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