Startseite   News 
FC Hymne
Die FC-Hymne in der original Stadionversion.
Suche
Hauptsponsor REWE


Die Geschichte des 1. FC Köln - 60er Jahre


1960 – 1962 - Endlich Deutscher Meister

Auch in der Saison 1960|1961 dominierte der FC die Oberliga, wurde dort Erster, verpasste aber den Sprung ins Endspiel. Anders 1961|1962. Inzwischen schon Routine: die Oberliga-Meisterschaft, gefolgt von der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Und als Gruppensieger zog der FC ins Endspiel 1962 ein. Trainer war Tschik Cajkovski, Kapitän Hans Schäfer. Am 12. Mai 1962 wurde Bundestrainer Sepp Herberger Augenzeuge des Kölner Triumphs. Gegner auf dem Rasen war der Club aus Nürnberg. Die Kölner begannen die Partie eindrucksvoll und überlegen und kamen in der 22. Minute durch ihren Kapitän zum Führungstor. 15.000 FC-Anhänger unter den rund 82.000 im ausverkauften Berliner Olympiastadion jubelten und spürten schon früh, dass es an diesem Tage klappen könnte mit dem lang ersehnten Meistertitel. Am Ende hieß es klar und deutlich 4:0 für den FC!

Foto: Hans Schäfer mit der Meisterschale; 12.5.1962








1962 – 1963 - Blamage in Schottland

Der FC schien stark und ausgeglichen genug, um den Meistertitel in der Saison 1962|1963 verteidigen zu können. Nicht nur der Titel in der Oberliga ging erwartungsgemäß an den FC, auch in der Endrunde gab es für Köln berauschende Kantersiege: 6:3 und 5:1 gegen Hertha BSC, 6:1 gegen Vorjahresfinalist 1. FC Nürnberg. Schon vor dem Endspiel stand für viele fest: Meister wird wieder der FC. Im Endspiel aber setzte es gegen Borussia Dortmund eine klare 1:3-Niederlage. Für die sieggewohnten Kölner eine herbe Enttäuschung. Zumal man auch international die Grenzen aufgezeigt bekam: Als Deutscher Meister reichte es lediglich zu einem Kurzauftritt in Europa. Im seit 1956 ausgetragenen Europapokal der Landesmeister trafen die Geißböcke auf den schottischen Meister FC Dundee. Der FC verlor im Hinspiel mit 1:8 – und Trainer Cajkovski meinte auf dem Rückflug: „Am besten, Flugzeug stürzt ab.“ Im Rückspiel siegte man zwar mit 4:0, war aber draußen…

Foto: Herrensitzung im Gürzenich




1963 – 1964 - Erster Bundesliga-Meister

Von nun an gab es keine Endrunden und keine Finalspiele mehr. Die Bundesliga wurde aus der Taufe gehoben und startete am 24. August 1963 in ihre erste Saison. Eine Leistungskonzentration der 16 besten deutschen Mannschaften in einer Spielklasse. Der FC war von Anfang an dabei und drückte der neuen Eliteklasse auch gleich seinen Stempel auf. Mit einem ungefährdeten 2:0-Erfolg starteten die Geißböcke in die neue Liga. Der 19-jährige Wolfgang Overath und Christian Müller erzielten die Tore beim 1. FC Saarbrücken. In insgesamt 30 Meisterschaftsspielen gab es nur 2 Niederlagen – das reichte, um am Ende ganz oben zu stehen. Der zweite Titel nach 1962 war gewonnen. Und Franz Kremer hatte sein großes Ziel erreicht: Die neue Bundesliga, die er entscheidend mit ins Leben gerufen hatte, mit „seinem“ FC an der Spitze!

Foto: Meister-Mannschaft 1964




1964 – 1965 - Das Liverpool-Drama

Als amtierender Meister startete der FC in die Saison 1964|1965. Und hatte ein Novum zu bieten – den ersten Brasilianer der Bundesliga: „Zeze“. Der eigentlich sensationelle Transfer entpuppte sich aber als Flop; Zeze spielte ganze fünf Spiele und verschwand danach wieder. Wesentlich effektiver: Neuzugang Hannes Löhr. Das Ereignis der Saison aber war das Viertelfinal-Duell im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool im März 1965. In insgesamt drei Spielen standen sich der deutsche und der englische Meister gegenüber – Hin- und Rückspiel endeten jeweils 0:0; das Entscheidungsspiel auf neutralem Platz in Rotterdam nach Verlängerung ebenfalls Remis: 2:2. So musste das Los entscheiden – ein Münzwurf des Schiedsrichters. Und auch das gelang erst im zweiten Versuch – zunächst war die Plastikscheibe senkrecht im morastigen Boden stecken geblieben… Glück für Liverpool: der Losentscheid machte sie zu Siegern – Pech für Wolfgang „Bulle“ Weber. Er spielte ab der Halbzeit mit einem Wadenbeinbruch. Das Duell Köln – Liverpool machte die Fußballgeschichte um eine Legende reicher...

Foto: Pure Enttäuschung, Wolfgang Weber wird vom Platz geführt; 24.3.1965



1965 – 1967 - Umbruch und hohe Ansprüche

Die Saison 1965|1966 brachte einige Veränderungen. Die Liga war auf 18 Vereine aufgestockt worden – und die Aufsteiger hießen Borussia Mönchengladbach und Bayern München. Die beiden Clubs also, die in den Siebzigern den deutschen Fußball dominieren würden. Und deren Trainer waren zwei ehemalige Kölner – Tschik Cajkovski bei den Bayern und Hennes Weisweiler bei den Gladbachern. Beim FC hängte ein Urgestein die Schuhe endgültig an den Nagel: Hans Schäfer hörte auf. Der inzwischen 37-Jährige, seit 1948 beim Verein, war zunehmend von Verletzungen geplagt. Ohne die „Knoll“ wurde es eine „durchwachsene“ Saison. Die Ansprüche im Umfeld des Geißbockheims waren sehr hoch, und ein fünfter Rang entsprach ihnen keineswegs. Auch nicht der siebte Platz in der Folgesaison 1966|1967. Zu wenig für die kölsche Seele…

Foto: Heinz Hornig trifft zum 1:0; FC gegen Schalke (2:1); 24.9.1966



1967 – 1968 - Trauer und Triumph

1967|1968 – eine Spielzeit im Zwiespalt der Gefühle. Im November 1967 hieß es unerwartet Abschied nehmen von „Boss“ Franz Kremer und am Ende der Saison gelang es endlich, den DFB-Pokal nach Köln zu holen. Schon seit Monaten hatte der erste Präsident des FC seine Mannschaft aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu Auswärtsspielen begleitet; doch nur seine Frau Liselotte und ganz enge Vertraute wussten, dass man sich große Sorgen um den „Boss“ machen musste. Am 11. November 1967, einem Bundesligaspieltag (der FC spielte und siegte in Frankfurt 2:1), starb Kremer daheim bei der Rundfunkübertragung zu früh – mit gerade einmal 62 Jahren. Im Pokalwettbewerb 1967|1968 trumpften die Geißböcke groß auf und holten endlich wieder einen Titel. Am 9. Juni 1968 fand in Ludwigshafen das Endspiel statt. Gegner war Regionalligist VfL Bochum. Am Ende hieß es 4:1 für den höherklassigen Favoriten aus der Domstadt. Der erste von vier Pokalsiegen des FC!

Foto: Siegerfoto nach dem ersten Pokal-Triumph; 9.6.1968



1968 – 1969 - Noch mal „jot jejange…“

„Eines darf nie, niemals passieren! Dass der 1. FC Köln aus der Bundesliga absteigt!“, soll Franz Kremer einst gesagt haben. Sein Wunsch hat bis heute nicht gehalten. Beinahe aber wäre dem FC schon Ende der 60er Jahre erstmals der Abstieg widerfahren. In der Saison 1968|1969 verloren die Geißböcke auswärts in schöner Regelmäßigkeit. Und so kam es am letzten Spieltag zum alles entscheidenden Duell mit dem „Club“ aus Nürnberg. Dem FC hätte schon ein Unentschieden gereicht. 53.000 Zuschauer in Müngersdorf – das war Saisonrekord – brüllten in der 51. Minute die ganze Anspannung heraus, als Wolfgang Overath mit dem 1:0 für die Erlösung sorgte. Am Ende hieß es 3:0 – Nürnberg stieg als amtierender Meister ab. Für den FC war es noch mal „jot jejange“ und der Abstieg wurde um 29 Jahre vertagt…

Foto: Entscheidungsspiel im Abstiegskampf, FC gegen Nürnberg; 7.6.1969



1969 – 1972 - FC wird zur Pokalmannschaft

Nach der verpatzten Saison 1968|1969 war die große Frage, wohin der Weg des FC führen würde. Einen nochmaligen Kampf gegen den Abstieg konnten sich selbst Skeptiker nicht vorstellen. In der Tat gelangen dem FC in den Folgejahren wieder bessere Platzierungen. Der Pokal aber wurde zur neuen Liebe des FC. 1969|1970 erreichten die Geißböcke erneut das Finale, in dem sie allerdings am Neu-Bundesligisten Offenbach scheiterten (1:2). Auch 1970|1971 erreichte der FC das Endspiel (verlor wieder, diesmal gegen den FC Bayern München, in Stuttgart, 1:2 n. V.). 1971|1972 erreichte man das Halbfinale. Gegner war Schalke 04. Das Hinspiel gewann der FC mit 4:1; das Rückspiel verlor er mit 2:5 – Verlängerung und Elfmeterschießen. Insgesamt 16 (!) Anläufe benötigten die Spieler beider Teams, um den Sieger zu ermitteln. Der hieß schließlich Schalke…

Foto: Löhr verwandelt gegen Norbert Nigbur; 10.6.1972