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FC Hymne
Die FC-Hymne in der original Stadionversion.
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Die Geschichte des 1. FC Köln - 70er Jahre


1972 – 1973 - Das Jahrhundert-Endspiel

Noch immer trägt es einen großen „Titel“ – das DFB-Pokalfinale 1972|1973. Bis heute schwärmen Augenzeugen vom „Jahrhundert- Endspiel“. Das Duell 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach. Schauplatz: das Düsseldorfer Rheinstadion; mit rund 70.000 Zuschauern bis unters Dach gefüllt. Geißböcke gegen Fohlen – ein Nervenduell von der ersten bis zur letzten Minute. Nach 90 Minuten stand es 1:1-Unentschieden. Nun kam Günter Netzer, der zuvor auf der Bank geschmort hatte. Ohne Rücksprache mit Borussen-Trainer Hennes Weisweiler hatte er sich das Trikot mit der Nummer 12 übergestreift und sich selbst eingewechselt. Die 2. Minute der Verlängerung: Netzer im Doppelpass mit Rainer Bonhof, er zieht ab, und der Ball fliegt am verdutzten Gerd Welz vorbei ins Netz. Der FC-Keeper hatte eine Flanke erwartet, und das sollte es wohl auch werden. Doch Netzer rutschte der Ball über den Spann und senkte sich ins Tor. Der FC verlor sein drittes Endspiel in vier Jahren …

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Siegtor durch Günter Netzer; Gerhard Welz hat keine Chance; 23.6.1973



1973 – 1976 - Tschik wieder da und Frust gegen Borussia

Der FC startete hundsmiserabel in die Saison 1973|1974 und befand sich nach sieben Spieltagen mit 4:10 Punkten in einer tiefen Krise. Es kam – wie so oft – zum Trainerwechsel. Tschik Cajkovski kehrte ans Geißbockheim zurück und leitete die Wende ein. Am Ende wurde der FC Fünfter und schaffte – das war inzwischen Standard – noch die Qualifikation zum UEFA-Pokal. In der darauf folgenden Spielzeit 1974|1975 schaffte man auf europäischer Bühne den Durchmarsch bis ins Halbfinale – um schließlich einmal mehr an Borussia Mönchengladbach zu scheitern. Mit 1:3 und 0:1 schied der FC gegen den rheinischen Rivalen aus dem Wettbewerb – wie schon zwei Jahre zuvor – da verloren die Geißböcke nicht nur das DFB-Pokal-Endspiel gegen die Fohlen, sondern auch das UEFAPokal- Viertelfinale. Auch in der Saison 1975|1976 blieb man ohne Titel – international scheiterte der FC schon in Runde 2 an Spartak Moskau, national im Viertelfinale an Bayern München (2:5) und in der Bundesliga belegte man Rang Vier.

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„Tschik“ Cajkovski mit Manager Karl-Heinz Thielen; September 1975



1976 – 1977 - Hennes zurück und endlich wieder ein Titel

Der „verlorene Sohn“ war zurück – Hennes Weisweiler trainierte wieder die Geißböcke. Sein Willkommensgeschenk war mit dem Belgier Roger van Gool ein spektakulärer Neuzugang. Van Gool war der erste Millionentransfer der Bundesligageschichte (der FC überwies 1,15 Mio. DM an den FC Brügge). Was aber die ganze Saison über brodelte und die Fans beschäftigte war der Zwist zwischen Trainer Weisweiler und seinem Regisseur Wolfgang Overath – der letztlich im Eklat endete: Overath hatte im Laufe der Saison die Lust am Fußball verloren. Und auch der krönende Abschluss seiner Karriere blieb ihm verwehrt. Beim Wiederholungsendspiel um den DFB-Pokal – übrigens das einzige der deutschen Pokalgeschichte – gegen Hertha BSC Berlin hatte der Coach den Star aus dem Kader gestrichen. So holte der FC seinen zweiten Pokaltriumph ohne seinen Kapitän. Nach einem 1:1 nach Verlängerung im ersten Spiel in Hannover mussten beide Teams drei Tage später erneut im Niedersachsenstadion antreten. Diesmal siegte der FC mit 1:0 durch ein Tor von Dieter Müller, der in der Saison 1976|1977 in der Bundesliga mit 34 Treffern auch Torschützenkönig wurde.

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Zweiter Pokal-Triumph; Heinz Flohe und Gerhard Strack; 30.5.1977



1977 – 1978 - Das Double – der totale FC-Triumph

Der FC startete in seine erfolgreichste Saison 1977|1978 mit einem herben Dämpfer – bei Fortuna Düsseldorf setzte es am 1. Spieltag eine 1:5-Niederlage. Ansonsten gab es nur Superlative. Stellte Dieter Müller beim 7:2-Sieg über Werder Bremen mit sechs Treffern einen bis heute unerreichten Rekord auf (und wurde erneut Torschützenkönig – gemeinsam mit Gerd Müller). Am Ende der Saison gab es schließlich den totalen Erfolg. Zunächst verteidigte der FC den DFB-Pokal. Mit 2:0 besiegte der FC im Gelsenkirchener Parkstadion die Mannschaft, gegen die er so ernüchternd gestartet war – Fortuna Düsseldorf. Und dann holte man noch den Meistertitel – aber wie… Es war bis zum letzten Spieltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem „ewigen“ Rivalen Mönchengladbach. Ein Krimi bis zum Abpfiff des 34. Spieltages. Beide Teams waren punktgleich – der Torevorsprung des FC betrug zehn Treffer. Nach Abpfiff der letzten 90 Minuten waren es derer nur noch 3. Denn die Borussia hatte mit einem sagenhaften 12:0 gewonnen; der FC „nur“ mit 5:0…

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Meister- und Pokal-Mannschaft; Mai 1978



1978 – 1979 - Kater-Stimmung

Zu den Neuzugängen der Saison 1978|1979 gehörten zwei Akteure, die später noch für Furore sorgen sollten: Pierre Littbarski und Bernd Schuster. Doch sportlich folgte dem totalen Triumph die Ernüchterung. Erklärtes Ziel war die Titelverteidigung. Doch zähneknirschend musste diese Maßgabe korrigiert werden – am Ende wurde man Fünfter. Ambitionen hatte der FC indes im Europapokal der Landesmeister. Er erreichte das Halbfinale – als Gegner wurde Nottingham Forest zugelost. Im Hinspiel im „City- Ground“ gab es in einem furiosen Spiel ein mehr als viel versprechendes 3:3. Forest-Stürmer Tony Woodcock (er wurde noch einer der beliebtesten Akteure im Geißbock-Trikot) schwärmte damals über den FC: „That‘s a wonderful team“. Gereicht hat‘s dennoch nicht. Im Rückspiel gab es ein nahezu „schockierendes“ 0:1. Der FC war draußen, verlor nun auch im DFB-Pokal (0:2 bei Hertha n. V.) und in der Liga fast die Nerven (0:6 beim HSV mit zwei Platzverweisen für Flohe und Neumann).

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Dieter Müller; Torschütze zum 2:0 in Nottingham; 11.4.1979



1979 – 1982 - Mit leeren Händen

Hennes Weisweiler war nicht mehr unumstritten. Double-Kapitän Heinz Flohe zog es zu 1860 München – mit der Saison 1979|1980 waren die erfolgreichen 70er Jahre nicht nur kalendarisch vorbei. Obwohl die Zielsetzung eines Titels da war, reichte es dafür nicht. In der Meisterschaft konnte der FC zwar lange oben mitspielen, als aber alle Titelchancen verspielt waren, warf der große Hennes Weisweiler noch vor Saisonende die Brocken hin. Mit neuem Coach, Karl-Heinz Heddergott, wurde man in der Liga Fünfter und verlor schließlich das DFB-Pokalfinale gegen Fortuna Düsseldorf mit 0:2. Der Fußball- Lehrer blieb nur bis Oktober 1980 – lang genug für den „blonden Engel“ Bernd Schuster, der fortan sein Glück in Spanien zu finden versuchte. Der neue Coach, der Holländer Rinus Michels, erreichte in der Saison 1980|1981 nur noch Rang Acht um dann – 1981|1982 – schließlich wieder Vizemeister zu werden. Alles in allem stand der FC aber mit leeren Händen da.

Foto: Duell heutiger Trainer: Lorenz-Günther Köstner foult Bernd Schuster; 16.8.1980