Der "Boss" hat Geburtstag
105. Geburtstag
Am 30. Juli 1905 wurde Franz Kremer in Köln geboren und würde somit seinen 105. Geburtstag feiern. Schon früh interessierte er sich nicht nur für den Fußballsport, sondern auch für die Leichtathletik und wurde 1919 Mitglied des KBC. Bei den Schwarz-Roten war er sowohl in der Fußballjugend, als auch in der Leichtathletik und Feldhockeyabteilung aktiv. Dem KBC blieb der gelernte Kaufmann immer treu, auch wenn er während des 2. Weltkriegs beruflich und im Militärdienst außerhalb Kölns tätig war.
Erster Präsident des FC
Nach dem Krieg brachte es Kremer schnell wieder zu Geld und Ansehen, züchtete zur Aufbesserung der Einkünfte Enten. 1947 wählten ihn die Mitglieder des KBC zum 1. Vorsitzenden. Als Mensch mit Weitsicht war auch der KBC-Vorsitzende vom Fusionsgedanken überzeugt und wurde zum ersten Präsidenten des 1. FC Köln gewählt. Mit dem legendären Satz „Wollt ihr mit mir Deutscher Meister werden?“ gewann Kremer viele für die Idee, einen ambitionierten Kölner Großverein zu etablieren.
Sein Geißbockheim
Es gelang ihm, in den schweren Anfangsjahren für die damalige Zeit professionelle Strukturen einzuführen, und einflussreiche Personen aus Politik und Wirtschaft für den Verein zu begeistern. Franz Kremer kannte aus seiner früheren, beruflichen Tätigkeit viele Kaufleute, die trotz der im Sommer 1948 erfolgten Währungsreform rasch zu Geld gekommen waren. Mit dem im September 1953 eröffneten Geißbockheim erfüllte sich Franz Kremer den Wunsch nach einer Heimat für die Geißbockfamilie. Neben dem Franz-Kremer-Stadion, Heimat der Amateur und Jugendmannschaften, wurde 2007 auch die Anschrift der FC-Geschäftsstelle am Geißbockheim in Franz-Kremer-Allee umbenannt.
Mitbegründer der Bundesliga
Aber nicht nur für den FC war der von Spielern und Fans nur respektvoll „Boss“ genannte Präsident eine unbezahlbare Größe. Auch der deutsche Fußball hat ihm vieles zu verdanken, denn er war einer der profiliertesten und revolutionärsten Funktionäre seiner Zeit. Die Stimme des FC-Präsidenten hatte auch beim DFB Gewicht. Gegen Widerstände wusste sich der Kölner erfolgreich durchzusetzen. In den Gremien des regionalen- und bundesweiten Fußballs etabliert, setzte sich Franz Kremer über viele Jahre hinweg für die Gründung der Bundesliga ein, die es ohne ihn, den „Vater der Bundesliga“, wohl nie oder erst viel später gegeben hätte.
19 Jahre Präsidentschaft
Der „Boss“, der eine eigene Werbe- und Geschenkartikelfirma besaß, war ein Mann einsamer Entscheidungen, oder, wie er sich selbst bezeichnete, ein „demokratischer Diktator“. Für seine zahlreichen Verdienste wurde er am 9. August 1965 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Das Wohl „seiner“ Spieler lag ihm besonders am Herzen, als väterlicher Berater sorgte er sich um Zukunft der FC-Akteure. Sein plötzlicher Tod am 11. November 1967 an den Folgen eines Herzinfarktes versetzte nicht nur den gesamten FC, sondern auch ganz Köln in einen Schock. Die Beisetzung Franz Kremers fand am 16. November 1967 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie vieler Persönlichkeiten aus Sport, Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben auf dem Kölner Südfriedhof statt. Über 19 Jahre Präsidentschaft der Geißböcke waren beendet und bleiben für immer unvergessen.




