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Donnerstag, 26. Juli 2012

Wirtschaftliche Situation

FC informiert

Lieber FC-Fan,

Vorstand und Geschäftsführung möchten Sie gemeinsam über die wirtschaftliche Situation des 1. FC Köln informieren. Es geht nicht um einen Blick in den Rückspiegel, sondern darum, offen und transparent zu kommunizieren, um uns ganz auf die Zukunft konzentrieren zu können. Denn Spekulationen und Gerüchte sind schädlich, weil sie das Vertrauen unserer Partner, der Banken und Investoren in den FC untergraben.


Um das Vertrauen herzustellen, hat eine unabhängige Wirtschaftskanzlei in unserem Auftrag die Bücher geprüft und eine Rechtsanwaltskanzlei die Verträge. Unser Anliegen ist es, über die wirtschaftliche Situation des 1. FC Köln Transparenz herzustellen. Wir werden diese Transparenz regelmäßig herstellen.

Wirtschaftliche Einordnung Saison 2011|12

Der FC hat in die Saison 2011|12 einen Rekordetat von 33 Millionen Euro für den Lizenzspielerbereich gestellt. Es gab die bewusste Entscheidung, sich nicht von Leistungsträgern zu trennen und zusätzlich Führungsspieler zu verpflichten. Dieser Etat entspricht im Liga-Vergleich statistisch einem guten Mittelfeldplatz. Es ist nicht gelungen, Mehreinnahmen wie z.B. Spiele im DFB-Pokal oder aus Transfers zu realisieren, so dass Sondererlöse in der Größenordnung von 10 Millionen Euro erzielt werden mussten, um ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erreichen. Dies wurde durch die Verlängerung des Vertrages gegen Zahlung einer Signing Fee mit unserem Rechtevermarkter IMG bis zur Saison 2015|16, durch Signing Fees auf Sponsoringverträge sowie durch Forderungsverkäufe ermöglicht. Daraus entstehen finanzielle Belastungen für die kommenden Jahre.

Auch in den Vorjahren wurden durch den internen Verkauf von Rechten an Tochtergesellschaften stille Reserven gehoben und damit Sondererlöse erzeugt. Das negative Eigenkapital auf Konzernebene von 8,9 Millionen Euro (zum 30. Juni 2011) und die Verschuldung von 30,9 Millionen Euro (zum 30. Juni 2011) hat sich auch daraus ergeben.

Letztlich haben verschiedene Faktoren wie die Kaderstruktur und wechselnde Personen in den sportlichen Führungspositionen dazu geführt, dass sich der sportliche Erfolg nicht entsprechend der Investitionen eingestellt hat. Die Geschäftsführung hat in Abstimmung mit den zuständigen Gremien vieles getan, um die entstandenen Budget- und Ergebnis-Lücken in den letzten Jahren zu schließen.

Aktuelle Saison 2012|13

Durch den Abstieg bedingt sind in der laufenden Saison Mindereinnahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro zu verkraften. Risiken bestehen natürlich auch, wenn erwartete Transfers nicht realisiert werden können. Dennoch ist die Entscheidung richtig, den Kaderumbau zügig und konsequent vorzunehmen und viele neue und junge Spieler schnell zu integrieren.
Vom Grundsatz her wird es unser Ziel sein, auch ohne Sondereffekte ein ausgeglichenes oder positives Ergebnis zu erreichen. Solche Maßnahmen sind nur in Ausnahmefällen zu verantworten. Dafür müssen wir bessere Verträge abschließen, unsere Marketing- und Vertriebsanstrengungen verstärken sowie Transfererlöse erzielen.

Ergebnis der Vertragsprüfung

In diesem Zusammenhang hat die vom Vorstand in Auftrag gegebene Prüfung aller Spielerverträge folgendes Ergebnis erbracht:

„Aus dem hier kurz dargestellten Gesamtbild ergibt sich, dass bei der Kaderzusammenstellung sowohl hinsichtlich der Anzahl der beschäftigten Spieler, der Höhe der Vergütung als auch hinsichtlich der Laufzeiten und Wirksamkeiten keine konkrete Befassung mit dem Thema Abstieg in die 2. Liga erkennbar ist.“

Umso wichtiger ist der jetzt begonnene Umbruch im aktuellen Kader. Er trägt dazu bei, die Kosten auf unter 20 Millionen Euro zu senken. Und trotzdem hat der FC eine junge Lizenzmannschaft, von der wir überzeugt sind, dass sie sowohl charakterlich als auch fußballerisch positive Impulse setzen kann.

Gerüchte ausräumen

Die derzeitige finanzielle Lage des 1. FC Köln ist ernst. Dennoch wollen wir diesen Brief auch nutzen, um ständig wiederholte Gerüchte auszuräumen, die substanzlos sind. Eine Über-Dramatisierung der Situation ist ebenso schädlich wie ihre Verharmlosung.

Erstens: Die vom Vorstand beauftragte Sonderprüfung bestätigt, dass keine Überschuldung des Clubs vorliegt. Solche Gerüchte können dem FC schaden, denn sie untergraben das Vertrauen, das der FC als Partner von Banken, Investoren und Sponsoren braucht. 

Zweitens: Es gibt keine Unregelmäßigkeiten. Die Bücher sind vollkommen in Ordnung. Auch das ist ein Ergebnis der Sonderprüfung. 

Drittens: Die Verbindlichkeiten des Clubs liegen nicht –wie wiederholt geschrieben –oberhalb der berichteten Zahlen.

Viertens: Die vom Vorstand in Auftrag gegebene Vertragsprüfung ist abgesehen von der inhaltlichen Bewertung (siehe oben) ohne Auffälligkeiten abgeschlossen worden. 

Solides wirtschaftliches Fundament
Was tun wir, um den FC wirtschaftlich wieder auf ein solides Fundament zu stellen?

  • Transfers und Ausleihe von Spielern

  • Die sportliche Führung hat seit Ende letzter Saison ohne Berücksichtigung von Lukas Podolski 7 Spieler aus dem bisherigen Lizenzbereich abgegeben, 2 davon ausgeliehen. Andere Verträge sind vertragsgemäß ausgelaufen. Zum 1. September nach Ende des Transferfensters können wir Bilanz ziehen.

  • Restrukturierung im Club

  • In der Verwaltung arbeiten viele sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele an der Belastungsgrenze. Wir werden mit erfahrenen Unternehmensberatern – die ohne Kosten für den FC arbeiten werden – noch einmal prüfen, ob es weiteren Verbesserungsbedarf gibt, ob Prozesse optimiert werden können und ob es Synergie- und Einsparpotenziale gibt. Dabei werden wir alle Bereiche im Club anschauen, auch den Sportbereich.

  • Zusätzliche Umsatzpotenziale heben

    Wenn uns Fernseh- und Sponsorengelder wegfallen, müssen wir neue Ideen für zusätzliche Umsatzpotenziale entwickeln. Der FC ist eine Top-Marke – trotz 2. Liga! Er bietet mit seinen Events und seinen Kommunikationsplattformen eine gute Basis für weitere Marketing- und Vermarktungspotenziale. Jede zusätzliche Marketing-Idee, die uns einen fünf- oder sechsstelligen Betrag einbringt, nutzen wir.
       
  • Neue FC-Anleihe

  • Die 2005 begebene Fan-Anleihe des 1. FC Köln war ein voller Erfolg. Seitdem gibt es viele Nachfragen nach einer neuen Anleihe. Die soll es jetzt geben. Hinter den Kulissen wird daran fieberhaft gearbeitet. Die Konditionen und Laufzeiten werden wir kurzfristig mitteilen. Das Ziel der Fan-Anleihe ist eine Umschuldung. Wir wollen eine weitere Unabhängigkeit von einzelnen Investoren und Banken schaffen. Außerdem erhöht eine erfolgreich platzierte Anleihe auch den Handlungsspielraum für den weiteren Kaderumbau und die Nachwuchsarbeit. 

    Vorstand und Geschäftsführung möchten den 1. FC Köln auf eine solide und gesunde wirtschaftliche Basis stellen. Das ist keine leichte Aufgabe, aber sie ist machbar, wenn alle Beteiligten mit Kreativität und Ausgabendisziplin an der Sache arbeiten. Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen, um dieses Ziel zu erreichen!

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Werner Spinner             Claus Horstmann                       Oliver Leki
        Präsident       Vors. d. Geschäftsführung              Geschäftsführer
 

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