FC informiert
Um das Vertrauen herzustellen, hat eine unabhängige Wirtschaftskanzlei in unserem Auftrag die Bücher geprüft und eine Rechtsanwaltskanzlei die Verträge. Unser Anliegen ist es, über die wirtschaftliche Situation des 1. FC Köln Transparenz herzustellen. Wir werden diese Transparenz regelmäßig herstellen.
Wirtschaftliche Einordnung Saison 2011|12
Der FC hat in die Saison 2011|12 einen Rekordetat von 33 Millionen Euro für den Lizenzspielerbereich gestellt. Es gab die bewusste Entscheidung, sich nicht von Leistungsträgern zu trennen und zusätzlich Führungsspieler zu verpflichten. Dieser Etat entspricht im Liga-Vergleich statistisch einem guten Mittelfeldplatz. Es ist nicht gelungen, Mehreinnahmen wie z.B. Spiele im DFB-Pokal oder aus Transfers zu realisieren, so dass Sondererlöse in der Größenordnung von 10 Millionen Euro erzielt werden mussten, um ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erreichen. Dies wurde durch die Verlängerung des Vertrages gegen Zahlung einer Signing Fee mit unserem Rechtevermarkter IMG bis zur Saison 2015|16, durch Signing Fees auf Sponsoringverträge sowie durch Forderungsverkäufe ermöglicht. Daraus entstehen finanzielle Belastungen für die kommenden Jahre.
Auch in den Vorjahren wurden durch den internen Verkauf von Rechten an Tochtergesellschaften stille Reserven gehoben und damit Sondererlöse erzeugt. Das negative Eigenkapital auf Konzernebene von 8,9 Millionen Euro (zum 30. Juni 2011) und die Verschuldung von 30,9 Millionen Euro (zum 30. Juni 2011) hat sich auch daraus ergeben.
Letztlich haben verschiedene Faktoren wie die Kaderstruktur und wechselnde Personen in den sportlichen Führungspositionen dazu geführt, dass sich der sportliche Erfolg nicht entsprechend der Investitionen eingestellt hat. Die Geschäftsführung hat in Abstimmung mit den zuständigen Gremien vieles getan, um die entstandenen Budget- und Ergebnis-Lücken in den letzten Jahren zu schließen.
Aktuelle Saison 2012|13
Durch den Abstieg bedingt sind in der laufenden Saison Mindereinnahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro zu verkraften. Risiken bestehen natürlich auch, wenn erwartete Transfers nicht realisiert werden können. Dennoch ist die Entscheidung richtig, den Kaderumbau zügig und konsequent vorzunehmen und viele neue und junge Spieler schnell zu integrieren.
Vom Grundsatz her wird es unser Ziel sein, auch ohne Sondereffekte ein ausgeglichenes oder positives Ergebnis zu erreichen. Solche Maßnahmen sind nur in Ausnahmefällen zu verantworten. Dafür müssen wir bessere Verträge abschließen, unsere Marketing- und Vertriebsanstrengungen verstärken sowie Transfererlöse erzielen.
Ergebnis der Vertragsprüfung
In diesem Zusammenhang hat die vom Vorstand in Auftrag gegebene Prüfung aller Spielerverträge folgendes Ergebnis erbracht:
„Aus dem hier kurz dargestellten Gesamtbild ergibt sich, dass bei der Kaderzusammenstellung sowohl hinsichtlich der Anzahl der beschäftigten Spieler, der Höhe der Vergütung als auch hinsichtlich der Laufzeiten und Wirksamkeiten keine konkrete Befassung mit dem Thema Abstieg in die 2. Liga erkennbar ist.“
Umso wichtiger ist der jetzt begonnene Umbruch im aktuellen Kader. Er trägt dazu bei, die Kosten auf unter 20 Millionen Euro zu senken. Und trotzdem hat der FC eine junge Lizenzmannschaft, von der wir überzeugt sind, dass sie sowohl charakterlich als auch fußballerisch positive Impulse setzen kann.
Gerüchte ausräumen
Die derzeitige finanzielle Lage des 1. FC Köln ist ernst. Dennoch wollen wir diesen Brief auch nutzen, um ständig wiederholte Gerüchte auszuräumen, die substanzlos sind. Eine Über-Dramatisierung der Situation ist ebenso schädlich wie ihre Verharmlosung.
Erstens: Die vom Vorstand beauftragte Sonderprüfung bestätigt, dass keine Überschuldung des Clubs vorliegt. Solche Gerüchte können dem FC schaden, denn sie untergraben das Vertrauen, das der FC als Partner von Banken, Investoren und Sponsoren braucht.
Zweitens: Es gibt keine Unregelmäßigkeiten. Die Bücher sind vollkommen in Ordnung. Auch das ist ein Ergebnis der Sonderprüfung.
Drittens: Die Verbindlichkeiten des Clubs liegen nicht –wie wiederholt geschrieben –oberhalb der berichteten Zahlen.
Viertens: Die vom Vorstand in Auftrag gegebene Vertragsprüfung ist abgesehen von der inhaltlichen Bewertung (siehe oben) ohne Auffälligkeiten abgeschlossen worden.
Solides wirtschaftliches Fundament
Was tun wir, um den FC wirtschaftlich wieder auf ein solides Fundament zu stellen?
