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Zur Kadersituation des 1. FC Köln
fc-koeln.de: Herr Schaefer, das erste Saisonspiel rückt näher und die Spannung steigt, wie die neue Mannschaft sich im Spiel gegen Braunschweig schlägt. Daneben stellen manche die Frage, ob man die bisherigen Spieler wie Pedro Geromel oder Milivoje Novakovic nicht besser mittrainieren lassen sollte, solange sie noch unter Vertrag sind. Was sagen Sie dazu?
Frank Schaefer: "Diese Kritik ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Unsere erste Aufgabe lautet, eine neue Mannschaft zu formen und den Umbruch jetzt konsequent voranzutreiben. Wer dies kritisiert, missachtet die sensiblen Prozesse einer Mannschaftsfindung. Das sind komplexe Vorgänge. Wir haben es mit einer Gruppe zu tun, die sich als Team ganz neu finden muss. Die Spieler müssen lernen, sich aufeinander zu verlassen, zu verstehen, wie der Mitspieler 'tickt'. Man muss Abläufe gemeinsam einstudieren, bei denen jeder eine ganz bestimmte Rolle spielt. Es ist in diesem Sinne einfach unrealistisch, mit so vielen Spielern eine Profi-Mannschaft aufzubauen und zu trainieren. Sonst weiß am Ende doch niemand, was von ihm erwartet wird und welche Rolle er nun tatsächlich spielen soll."
Was bedeutet es im Detail für Training und Saisonvorbereitung, wenn 30 Spieler auf dem Platz stehen?
"Zunächst einmal: Es wären 36 Spieler gewesen! In dieser Konstellation können elementare Aspekte des täglichen Trainings nicht berücksichtigt werden. Du kannst zum Beispiel nicht permanent Trainings-Turniere mit drei Zehner-Teams spielen, nur um Spieler zu beschäftigen und zu bewegen. Auf der Strecke bleiben dabei auch die gruppentaktische Arbeit, das Erarbeiten von Automatismen sowie das differenzierte Training im individuellen Bereich, speziell mit jungen Spielern. Gleiches gilt für Testspiele. Da bräuchtest du 20 Vorbereitungsspiele, um alle Spieler zu beschäftigen. Das alles wäre ein Ding der Unmöglichkeit, zumal der Stimmungsaspekt auch noch eine wesentliche Rolle spielt. Um das wirklich einschätzen zu können, muss man sich sehr differenziert mit dem Thema auseinandersetzen."
Sind diese Aspekte in der Vergangenheit immer angemessen berücksichtigt worden?
"Nein. Meiner Meinung nach hat die Vernachlässigung der Frage, wie eine Mannschaft als Gruppe fußballerisch, taktisch und menschlich zusammengestellt ist, zu den Problemen beigetragen, mit denen wir uns heute beschäftigen müssen. Deswegen bitten wir unsere Fans um Vertrauen. Diese Dinge sind von der neuen sportlichen Führung mit viel Sinn und Verstand so entschieden worden."
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Mittwoch, 30. Mai 2012
