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Gespräch mit dem Gegner
fc-koeln.de: Herr Herrmann, nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison gehört Borussia Mönchengladbach derzeit zur Spitzengruppe der Liga. Wo liegen Ihrer Meinung nach die Gründe für den aktuellen Erfolg?
Patrick Herrmann: „Die schwierige Situation der Vorsaison hat uns als Team unheimlich zusammengeschweißt. Wir haben es geschafft die Euphorie des Klassenerhalts mit in die neue Saison zu nehmen. Trotzdem hat keiner vergessen, wo wir herkommen und keiner will eine solche Situation noch einmal erleben. Dafür arbeiten wir hart in jedem Training und diese Arbeit zahlt sich aus.“
Mit 26 Punkten aus 13 Spielen hat die Borussia bereits 16 Punkte mehr auf dem Konto als nach der gesamten Hinrunde der Vorsaison. Wurde das Saisonziel Klassenerhalt intern bereits nach oben korrigiert?
„Wir alle freuen uns natürlich, dass wir derzeit in der Tabelle so weit oben stehen und wollen unsere Position nach Möglichkeit in den nächsten Wochen verteidigen. Das kann nur gelingen wenn man von Spiel zu Spiel denkt und nicht anfängt zu träumen.“
Ihr Trainer Lucien Favre gilt als akribisch arbeitender Taktikexperte. Wie würden Sie die tägliche Arbeit mit ihm beschreiben und wie groß ist sein Anteil am derzeitigen Erfolg?
„Der Trainer hat immer einen großen Anteil! Lucien Favre arbeitet tatsächlich sehr akribisch. Wir trainieren viel im taktischen Bereich, wobei er die Übungen immer wieder unterbricht und uns korrigiert. Erst wenn alles so läuft wie er es sich vorstellt ist er zufrieden und dadurch wissen alle Spieler genau, was der Trainer von ihnen erwartet.“
Beim jüngsten 5:0-Erfolg gegen Werder Bremen haben Sie das wichtige 1:0 selbst erzielt und zwei weitere Treffer vorbereitet. Inwieweit profitiert Ihr Spiel von der taktischen Ausrichtung unter Lucien Favre?
„Wenn man sich die Entwicklung der letzten Monate anschaut, dann haben wir alle davon profitiert. Seit Marco Reus in die Spitze gerückt ist, komme ich wieder regelmäßig auf meiner Lieblingsposition im rechten Mittelfeld zum Einsatz. Mit zunehmender Spielpraxis gewinnt man Sicherheit und mit der Sicherheit kommt das Selbstvertrauen. Diese Dinge sind im Fußball sehr wichtig um Top-Leistungen zu bringen. Es läuft halt gerade einfach sehr gut für uns.“
Im Zusammenhang mit Borussia Mönchengladbach ist der Name Marco Reus derzeit in aller Munde. Ist Marco Reus als junger Nationalspieler in gewisser Weise ein Vorbild für Sie?
„Auf jeden Fall ist Marco ein Vorbild für mich. Von einem Spieler seiner Klasse kann man viel lernen und sich praktisch in jedem Training etwas abschauen. Auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass das dann auch alles immer so klappt. Die Tatsache, dass er zuletzt von Jogi Löw eingeladen wurde sagt doch schon alles. Ich denke jeder Fußballer träumt davon einmal für die Nationalmannschaft zu spielen. Ob so etwas tatsächlich klappt, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.“
Am Freitagabend kommt es in Köln zum rheinischen Derby. Was für ein Spiel erwarten Sie?
„Ein Derby gegen den FC ist immer etwas Besonderes. Auch wenn die Stimmung in der Bundesliga in der Regel immer sehr gut ist, kriegt man als Spieler schon mit, welche Bedeutung die Partie für die Fans hat. Die Atmosphäre in den Spielen gegen Köln ist einfach fantastisch und diese Dinge können einen immensen Einfluss auf das Spiel haben. Wir dürfen auf keinen Fall den Fehler machen aus der Tabellensituation heraus, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Gerade durch die letzten Ergebnisse werden die Kölner hoch motiviert sein. Darüber hinaus besitzen die Kölner eine große Qualität im Offensiv-, aber auch Defensivbereich. Wenn wir es aber schaffen unser Spiel aufzuziehen, sehe ich gute Chancen für uns in Köln zu bestehen.“
Sie spielen bereits seit 2008 für Borussia Mönchengladbach. Welche Bedeutung hat das Derby gegen den FC für Sie?
„Auch wenn ich nicht gebürtig aus dem Rheinland komme, kriegt man schnell mit, welche Bedeutung dieses Spiel für die Region an. Das fängt schon in der Jugend an, ist aber natürlich mit dem Derby bei den Profis natürlich nicht zu vergleichen. In der Saison 2009|2010 habe ich zudem mein erstes Bundesligaspiel von Beginn an bestritten und über die beiden letzen Spiele muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Ich freu mich schon sehr auf die Partie!“
