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Donnerstag, 17. April 2014

Einstellung schlägt Aufstellung

Nächster Gegner: VfL Bochum

Nach einer Saison voller Rückschläge ist der VfL Bochum vier Spieltage vor Schluss ganz nah am Klassenerhalt. Trainer und Held des Vorjahres Peter Neururer will auch in den restlichen Saisonspielen weiter angreifen und die 40-Punkte-Marke knacken. Dabei setzt er auf seinen bewährten Mix aus Motivation und Erfahrung. 


Sechspunktespiel: So hatte VfL-Trainer Peter Neururer die Partie seiner Bochumer Ende März gegen Erzgebirge Aue genannt. Er wusste um die besondere Brisanz des Duells mit den Veilchen, denn nach einer Niederlagenserie der Bochumer war die Abstiegszone bedrohlich nahe gerückt. Das Spiel gegen Aue fing nicht gut an: Bochums Keeper Andreas Luthe bekam aus kurzer Distanz einen Ball ins Gesicht und musste zur Halbzeit draußen bleiben. Doch der VfL ging in Führung und sah aus wie der sichere Sieger, bis in der vorletzten Minute Aues Paulus vor Ersatztorwart Michael Esser auftauchte. Der sicherte Bochum die „sechs Punkte“ – mit dem Gesicht. In den kommenden beiden Spielen holten die Bochumer ein Unentschieden auf dem Betzenberg sowie am vergangenen Wochenende einen 2:1-Sieg gegen den Tabellenletzten aus Cottbus. Vor dem Auftritt beim 1. FC Köln hat der VfL Bochum nun ein Polster von neun Punkten auf einen direkten Abstiegsplatz – und ist so gut wie gerettet. 

Hoffnung auf Planungssicherheit 

Nun könnte die Planung für eine neue Saison mit Zweitligafußball eigentlich los gehen. 13 Verträge laufen aus und Manager Christian Hochstätter verfügt über wenig finanziellen Spielraum. Hinzu kommt das Problem, dass Bochum den Klassenerhalt theoretisch immer noch verspielen könnte: „Solange wir rechnerisch nicht gesichert sind, habe ich kaum Planungssicherheit. Der Job ist eine Herausforderung. Man muss die richtigen Spieler finden, damit wir kommende Saison besser abschneiden“, erklärte Hochstätter zuletzt. 

Ob er auf viele Spieler des aktuellen Kaders bauen kann, ist fraglich: Die Verträge der Stammkräfte Maltritz, Acquistapace, Freier und Aydin laufen aus. Bastians (Hertha BSC Berlin) und Sukuta-Pasu (1. FC Kaiserslautern) sind nur ausgeliehen und auch das große Mittelfeld-Talent Henrik Gulden hat noch nicht beim VfL verlängert. „Wir werden mit allen reden. Jeder hat die Möglichkeit, sich noch anzubieten. Ich arbeite gern mit jungen Leuten zusammen. Aber es muss Sinn machen, die Mischung ist uns wichtig. Und eines ist klar: Ablöse für neue Spieler können wir keine zahlen.“, sagt Hofstätter. Die Vereinsführung muss sich also etwas einfallen lassen.

Hoffnung für die Zukunft geben Personalien wie die des 17-jährigen Lukas Klostermann, der Mitte März gegen den VfR Aalen sein Zweitligadebut feierte und seitdem zu vier weiteren Einsätzen kam. Neururer ist begeistert: „Er hat seine Feuertaufe mit Glanz bestanden.“ 

Neururers Rückkehr nach Köln

Auf den Trainer setzen die Bochumer Fans nach wie vor ihre Hoffnung. Denn Peter Neururer hat bewiesen, dass er mit dem VfL nicht nur im Aufstiegs-, sondern auch im Abstiegskampf bestehen kann. In der vergangenen Saison kam er sechs Spieltage vor Saisonende und rettete den VfL fast sensationell vor dem drohenden Absturz in die 3. Liga. Auch dieses Jahr hat er das Team aus mehreren Krisen geführt. 

In Köln soll nun der endgültige Klassenerhalt gefeiert werden. Neururer kehrt dabei an eine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Den FC hatte er 1995|96 vor dem Abstieg bewahrt und den Kölner Fans in der Folgesaison ein besonderes Geschenk gemacht, als sein Team am vorletzten Spieltag Bayer Leverkusen mit 4:0 besiegte und eine Meisterschaft der Werkself verhinderte. Auch damals hieß es: „Einstellung schlägt Aufstellung“ – ein Motto, das die VfL-Fans vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Aue auf der Homepage des Vereins lesen konnten. Das soll nicht nur die Devise für die nächste Saison, sondern auch für Montag sein, wenn die Bochumer als Außenseiter nach Köln reisen. 

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