Gespräch mit dem Gegner
fc-koeln.de: Herr Kobiashvili, nach zuletzt zwölf sieglosen Spielen gelang Hertha BSC am vergangenen Spieltag mit dem 1:0 gegen Werder Bremen wieder ein Erfolg. Wie bewerten Sie die aktuelle sportliche Situation?
Levan Kobiashvili: „Der Sieg gegen Bremen war ein Anfang, nicht mehr und nicht weniger. Es war wichtig, dass wir diese Negativserie beenden konnten. Der Sieg hat uns das Lächeln zurückgebracht und das Wissen, dass wir, wenn wir zusammen hart arbeiten, unser Ziel erreichen werden.“
Nach der Entlassung von Trainer Michael Skibbe überraschten die Verantwortlichen mit der Verpflichtung des 73-Jährigen Otto Rehhagel. Wie würden Sie die Arbeit von Herrn Rehhagel beschreiben?
„Otto Rehhagel ist ein unglaublich erfolgreicher, erfahrener Trainer. Es ist eine Ehre für uns alle, mit ihm arbeiten zu dürfen. Wann hat man schon einmal die Chance, mit einer absoluten Legende in Kontakt zu treten. Seine Ruhe, seine Erfahrung, seine Motivation ist schon einzigartig. Da nimmt jeder Spieler etwas mit, sogar so ein älterer wie ich!“
Beim Heimsieg gegen Bremen liefen Sie im defensiven Mittelfeld auf und konnten, als gelernter Linksverteidiger, auf dieser Position überzeugen. Otto Rehhagel bescheinigte Ihnen gar eine „unglaubliche Leistung“. Wie viel bedeutet Ihnen so ein Lob?
„Sehr viel, natürlich. Aber es ist auch so, dass ich dort spiele, wo der Trainer mich aufstellt. Ich denke immer im Sinne der Mannschaft. Ich will immer alles tun, damit die Mannschaft Erfolg hat, damit Hertha BSC Erfolg hat - das ist mir sehr wichtig.“
Gegen Bremen führten Sie die Mannschaft zudem als Kapitän auf's Feld, da der eigentliche Spielführer André Mijatovic auf die Bank musste. Wie sehen Sie Ihre Rolle auf und neben dem Platz?
„André Mijatovic ist unser Kapitän - das ist so, das bleibt so. Was er sagt, hat Gewicht. Auch bei mir. Dahinter stehen mit Christian Lell und mir zwei Stellvertreter. Es ist eine Ehre, für Hertha Kapitän zu sein. Aber noch einmal, ich mache das, weil André aus taktischen Gründen draußen war. Auch in diesem Zusammenhang bin ich ein Teamplayer.“
1998 debütierten Sie unter dem damaligen Trainer Volker Finke für den SC Freiburg in der 2. Bundesliga. Haben Sie noch Kontakt zum heutigen Geschäftsführer des 1. FC Köln?
„Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit Volker Finke. Ich achte ihn sehr, er ist ein hervorragender Fachmann. Und er hat mir die Chance gegeben damals in Freiburg, in der Bundesliga Fuß zu fassen.“
Mit dem 1. FC Köln und Hertha BSC treffen am Samstag zwei Mannschaften aufeinander, die in der Tabelle nur zwei Punke trennen und die im Kampf gegen den Abstieg beide punkten müssen. Kann man demnach von einem „Sechs-Punkte-Spiel“ sprechen?
„Jedes Spiel ist für uns wichtig, ich unterscheide da nicht. Wir müssen unsere Arbeit machen, in jeder Partie. Wir müssen für Hertha und die Fans alles geben - nur wenn wir das tun, kann man zufrieden sein.“
Das Hinspiel gewann Hertha BSC im Olympiastadion klar mit 3:0. Was für ein Spiel erwarten Sie am Samstag im RheinEnergieStadion?
„Das nächste Spiel ist immer das schwerste, hat mal einer gesagt. Insofern erwarte ich auch in Köln ein schweres, enges Spiel.“
