Interview mit Kacper Przybylko
fc-koeln.de: Kacper, in der Winterpause bist du aus Bielefeld zum FC in unsere U21-Mannschaft gewechselt. Hättest du erwartet, dass du ein halbes Jahr später schon bei den Profis dabei bist?
Kacper Przybylko: „Ich war schon ein wenig überrascht, dass es so schnell gegangen ist. Ohnehin ging der Wechsel von Bielefeld zum FC innerhalb weniger Tage über die Bühne. Es macht großen Spaß jetzt bei der Lizenzspielermannschaft dabei zu sein – ich bin sehr glücklich!“
Mit dir sind Lukas Kübler, Dino Bisanovic und Jonas Hector von der U21 zu den Profis aufgerückt. Wie versteht ihr euch untereinander? Erleichtert dies vielleicht am Anfang den Einstieg bei den Profis?
„Wir verstehen uns prima und wurden super von den etablierten Spielern aufgenommen. Jeder gibt hier alles in der Mannschaft und jedem gönne ich es, den Durchbruch zu schaffen.“
Wie war dein erster Kontakt zu Holger Stanislawski?
„Er hat eine tolle Ansprache vor der Mannschaft gehalten, die mich total motiviert hat. Er meinte, dass es auch mal schwierig werden kann, aber dass jeder den ‚inneren Schweinehund‘ überwinden müsse. Wir sollen mit Spaß bei der Arbeit sein, daran halten wir uns, das ist das wichtigste. Er hat gute Worte gefunden und in den kommenden Tagen werden auch noch weitere Einzelgespräche geführt.“
Du bist erst seit kurzer Zeit beim 1. FC Köln. Kannst du deine Spielweise vielleicht kurz beschreiben und etwas über deine Vorbilder erzählen?
„Ein spezielles Vorbild habe ich nicht. Ich versuche mich allerdings an den Besten zu orientieren: Bei Lionel Messi achte ich besonders auf seinen Antritt, bei Ibrahimovic auf die Schnelligkeit und bei Ronaldo auf seine Wendigkeit. Aber natürlich ist jeder ein eigener Typ. Ich würde mich als hängende Spitze beschreiben, die auch viel mit nach hinten arbeitet und lange Wege geht. Holger Stanislawski hat mir sogar schon gesagt, dass ich zu viel laufe (lacht). Meine Kondition ist sicherlich mein Pluspunkt.“
Du kommst aus einer sportlichen Familie. Deine Eltern und deine Brüder waren und sind als Sportler aktiv…
„Das stimmt. Mit meinem Zwillingsbruder habe ich zusammen bei Arminia Bielefeld gespielt, mein älterer Bruder ist Leichtathlet. Auch meine Mutter war früher Leichtathletin, mein Vater hat in Polen Fußball gespielt.“
Du bist in Deutschland geboren, deine Eltern stammen aus Polen. Für welches Land würdest du vielleicht gerne mal auflaufen?
„In der polnischen Nationalmannschaft habe ich seit der U15 alle Juniorennationalmannschaften durchlaufen. Darum würde ich mich schon für Polen entscheiden. Aber wenn jemand aus Deutschland anfragen würde, müsste ich es mir schon überlegen.“
Dein polnischer Nachname Przybylko bereitet vielen aufgrund der Schreibweise und Aussprache Probleme. Kannst du uns sagen, wie man ihn richtig ausspricht?
„Das ist einfach: Wenn die Lehrerin in die Klasse kommt und um Ruhe bittet, dann sagt sie ‚Psch`und dann hängt man einfach noch ein ‚bilko‘ dran. Mein Spitzname lautet übrigens Pritsche.“
