Vorgänger

Ein Maskottchen mit Tradition

Hennes ist mehr als ein normales Maskottchen. Er ist das bekannteste Fußball-Vereinstier der Welt und begleitet den 1. FC Köln seit 1950 in der achten Generation bei Meisterschaften, Pokalsiegen, Abstiegen und Aufstiegen.

  • Hennes I.

    13. Februar 1950 bis 4. November 1966

    Westdeutscher Meister 1954, 1960, 1961, 1962, 1963
    Westdeutscher Pokalsieger 1953, 1964
    Deutscher Meister 1962, 1964




    Seine Mutter stammte aus Neustadt an der Orla in Thüringen. Dort griffen Mitarbeiter des aus Köln stammenden Zirkus Williams auf der Flucht in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs die verängstigte Ziege am Wegesrand auf. 1949 gebar sie einen Bock. Nur ein Jahr später, am 13. Februar 1950, schenkte der Zirkus um die Besitzer Carola und Harry Williams dem FC auf seiner zweiten Karnevalssitzung im Williamsbau das Tier als Maskottchen. Noch am selben Abend taufte man den Bock in Anlehnung an den damaligen Spielertrainer Hennes Weisweiler auf den Namen Hennes.

    Die Legende, der verängstigte Bock habe auf der Bühne Hennes Weisweiler angepinkelt, entspricht nach übereinstimmender Auskunft sämtlicher Zeitzeugen nicht der Wahrheit. Ein Zuhause fand das neue Maskottchen bei Wilhelm Siepen, einem alten FC-Mitglied, der „die Geiß“ auf seinem Anwesen in der Kölner Marsiliusstrasse unterbrachte. Von 1950 bis 1959 wohnte Hennes I. bei Siepen, ehe dieser aus Altersgründen sein Ehrenamt abgeben musste. Von 1959 bis 1966 fand das Vereinstier bei Landwirt Peter Filz in der Belvederestrasse in Köln-Müngersdorf optimale Bedingungen vor. Filz fungierte in diesem Zeitraum auch als Betreuer. Bis Anfang der 1960er Jahre begleitete der Geißbock die erste Mannschaft des 1. FC Köln nicht nur zu allen Heim- sondern auch zu fast allen Auswärtsspielen. Transportiert wurde er zunächst im Mannschaftsbus, später zeitweilig im eigens angefertigten Sonderwagen, der an den Bus gehängt wurde.

    Tierschutzaspekte, logistische Gründe und DFB-Regularien sorgten dafür, dass Hennes später nur noch bei Heimspielen eingesetzt wurde, von Freundschaftsspielen in der Region einmal abgesehen. Hennes I. starb am 4. November 1966 an Altersschwäche.

  • Hennes II.

    26. November 1966 bis August 1970

    Deutscher Pokalsieger 1968



    Auch der zweite Hennes stammte aus dem Circus Williams. Mit ihm begann auch Günter Neumann als neuer Geißbockbetreuer. Im ans Moped gebundenen Anhänger chauffierte er seinen Schützling zu den Heimspielen. Hennes II. starb im August 1970 an den Folgen eines Schäferhundbisses. Die Legende, er sei von Gladbach-Fans vergiftet worden, entspricht nicht der Wahrheit. Übrigens war Hennes II. der einzige offizielle Hennes, der während seiner Amtszeit auch am Geißbockheim in einem kleinen Gehege wohnte.

  • Hennes III.

    22. August 1970 bis Juli 1975





    Hennes III. ging als erster Bock in die FC-Geschichte ein, der während seiner Amtszeit keinen Titel gewann. Mit Hennes III., den der „Express“ gesucht und gefunden hatte, begann auch die Zeit von Wilhelm Schäfer. Im Stall des Hobby-Landwirts aus Köln-Widdersdorf hatte Geißbock „Lieschen“ gestanden, er wurde auf „Hennes III.“ umgetauft. Im Sommer 1975 starb er.

  • Hennes IV.

    August 1975 bis 13. November 1982

    Deutscher Meister 1978
    Deutscher Pokalsieger 1977, 1978



    Hennes IV. erlebte mit dem Double 1978 den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Ihm zu Ehren komponierten die Höhner das Stück „Unsre Bock eß Meister“. Er starb am 13. November 1982 an den Folgen einer Herzerkrankung. Am selben Tag gewann der FC durch ein Littbarski-Tor mit 1:0 bei den Bayern.

  • Hennes V.

    20. November 1982 bis Juli 1989

    Deutscher Pokalsieger 1983



    Hennes V. war wie sein direkter Vorgänger fast sieben Jahre lang im Dienst. Er ist der bis heute letzte Bock, in dessen Amtszeit der FC einen großen Titel gewann. Hennes V. starb im Juli 1989.

  • Hennes VI

    August 1989 bis 13. März 1996



    Hennes VI. wurde zur Saison 1989/90 ins Amt eingeführt. Der Geißbock musste den sportlichen Abwärtstrend während der 1990er Jahre vom Spielfeldrand aus verfolgen. Er starb am 13. März 1996, die dramatische Rettung im Abstiegskampf am letzten Spieltag in Rostock erlebte er bereits nicht mehr.

  • Hennes VII.

    15. März 1996 bis 23. Juli 2008



    Hennes VII. erlebte in seiner Amtszeit vier Auf- und Abstiege. Und er musste den Tod des langjährigen Geißbockhüters Wilhelm Schäfer verkraften, der am 11. Juni 2006 starb. Hennes VII. wurde wegen der seinerzeit grassierenden Maul- und Klauenseuche in der Saison 2000/2001 für die Heimspiele gegen Wolfsburg und Unterhaching „gesperrt“ und durch einen leblosen Pappkameraden ersetzt.

    Er ging zudem als Fernsehstar in die Geschichte ein, trat unter anderem in der „Harald Schmidt Show“, bei „TV Total“ und in der Krimiserie „SK Kölsch“ auf und drehte 2003/04 drei Werbespots für FC-Eintritts- und Dauerkarten. Wegen einer Arthrose in den Kapillargelenken wurde Hennes VII. der erste Bock, der zu Lebzeiten in Rente gehen musste. Krankheitsbedingt konnte er im Aufstiegsjahr 2008 bei den Heimspielen gegen Hoffenheim und Mainz schon nicht mehr ins Stadion kommen. Seinen Ruhestand verbrachte er im gewohnten Zuhause bei Hildegard Schäfer, der Witwe von Wilhelm Schäfer in Köln-Widdersdorf. Im Frühjahr 2009 verschlimmerte sich der gesundheitlicher Zustand von Hennes VII. jedoch so sehr, dass er am 13. März 2009 eingeschläfert werden musste.

  • Empfehlen