Club | 22.09.2016

Vor Leipzig

Erklärung der AG Fankultur

In der AG Fankultur des 1. FC Köln haben sich Fanclubs und aktive Fans aus ganz unterschiedlichen Gruppen zusammengeschlossen. Bei aller Unterschiedlichkeit eint uns die Liebe zum FC. Aus Anlass des Heimspiels gegen RB Leipzig möchten wir als Fans des 1. FC Köln erklären, was diesen, unseren Club besonders macht.

Tradition

Traditionsverein ist ein Kampfbegriff, der oft missbraucht wird. Das wissen wir. Tradition lässt sich nicht daran festmachen, welches angebliche Gründungsdatum ein Verein in sein Wappen schreibt, geschweige denn ist Tradition ein Synonym für „Früher war alles besser.“ Schon der erste Präsident des 1. FC Köln, Franz Kremer, prägte dazu einen Satz: „Tradition hat nur dann einen Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“. In diesem Geist steht der 1. FC Köln als Erbe einer bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts reichenden Kölner Vereinstradition für professionellen Fußball, der auf dem jeweiligen Stand der Zeit ist – oder ihr sogar voraus. 

Tradition, das sind die Werte, die dieser Club hochhält: Hingabe, Treue, Wille – und die kölsche Kultur. Und es sind die Geschichten. Titel, Triumphe und Tragödien, das Double, der Münzwurf von Rotterdam, Aufstiege und Abstiege, Kölner Nationalspieler. Eine Vereinsgeschichte kann man sich ausdenken, die Geschichten nicht. Deshalb erkennt jeder Fußballfan einen Traditionsverein auf Anhieb und deshalb kann auch der erst 1948 gegründete erste Meister der Bundesliga einer der großen Traditionsclubs dieses Landes sein. 

Fans

Erfolgsfans gibt es viele, und es ist einfach, Clubs zuzujubeln, die aufsteigen und aufsteigen … Der FC jedoch lebt nicht von Erfolgsfans. Er hat sogar Misserfolgsfans. Wir sind immer da. Wir fahren nach München und nach Aue – der FC spielt keinem Club das Stadion leer. Wir haben unsere eigenen Lieder, die nur hier in Köln gesungen werden, wir haben unsere Träume, unseren Humor, unsere Macken. Wir gehören zu diesem Club und setzen uns für unsere Belange ein, bis hin zu unseren Farben. Die Trikots des 1. FC Köln sind rut und wieß und sie wechseln nicht von Jahr zu Jahr die Farbe, nur weil einem Sponsor oder Designer das gefällt. 

Mitglieder

Der 1. Fußball-Club Köln 01/07 e.V. ist mit mehr als 80.000 Mitgliedern der viertgrößte Fußballverein Deutschlands. Die Mitgliedschaft beim FC wird weder zu Dumpingpreisen verschleudert noch wird sie als lästig angesehen und verhindert. Mitglied beim 1. FC Köln zu sein, heißt wirklich: Fest dazuzugehören, mit allen Vorteilen und Pflichten, mit Stimmrecht und der Möglichkeit, die Zukunft des Vereins  mitzugestalten – ohne dabei den bezahlten Profis auf allen Ebenen ihre Arbeit, die sie für den FC leisten,  unmöglich zu machen. 

Heimat 

Der 1. FC Köln ist kein Fußballunternehmen an einem zufälligen Standort. Der 1. FC Köln ist ein fester Bestandteil der kölschen Identität, fest verwurzelt in dieser Region. Obwohl Köln eine Metropole voller Attraktionen ist, verbindet beinahe jeder Köln mit seinem Fußball-Club. Und der Club verbindet sich mit Köln. Er lebt den Karneval, er zeigt sich beim CSD, engagiert sich für Menschen in der Region, bezieht Stellung als lebendiger Teil der Stadt. Unsere Jugendspieler kommen ganz bewusst mehrheitlich aus der Region, unser Nachwuchsleistungszentrum ist nicht voll von Jungs aus allen Teilen der Republik fern von ihren Familien. 

Geißbockheim

Der FC ist nahbar. Seine Heimat, das Geißbockheim, ist nicht eingezäunt und abgeschirmt – sondern offen für Fans und Bürger. Die meisten Trainingseinheiten sind öffentlich, unsere Spieler sind Profis „zum Anfassen“ – für Kinder und Erwachsene, für Autogrammjäger und Medienvertreter. Lizenz-  Jugendspieler und Mitarbeiter begegnen sich, so dass der 1. FC Köln tatsächlich das ist, was viele Vereine nur von sich behaupten: Eine große Familie.

Identität

Der 1. FC Köln hat eine Heimat und Charakter, er wird nie beliebig oder austauschbar sein, bis hin zu den Sponsoren. Selbst die Weltkonzerne, die beim 1. FC Köln – mitunter seit Jahrzehnten – werben, haben eine feste Verbindung zu Köln und der Region.  Unser Geißbock Hennes, das erste lebendige Wappentier der Bundesliga, war schon in der ganzen Welt berühmt, als Getränkehersteller noch keine Eventagenturen waren. 

Marke

Für viele Fans sind Begriffe wie „Marke“ oder „Unternehmen“ in Verbindung mit ihrem Verein unpassend. Doch egal, wie man den FC nennt oder begreift, ob man Fußballromantiker ist oder das Business Bundesliga akzeptiert – eins ist unstrittig: Der 1. FC Köln wurde gegründet und besteht aus dem einzigen Grund, den er im Namen trägt: Fußball. Dem Fußball gilt unsere Hingabe, unsere ganze Leidenschaft, und selbst das Geschäft, das dahinter steht, hat nur diesen einen Zweck. Der FC spielt Fußball nicht, um damit die Marke seiner Eigentümer „emotional aufzuladen“, ein Produkt berühmt zu machen oder den Lebenstraum eines Mäzens zu erfüllen. Und das ist es, was auch die „Marke FC“ so stark macht.

Volle Stadien mit Fußball-Atmosphäre sind keine Selbstverständlichkeit. Wir als Fans des 1. FC Köln möchten, dass die Liga attraktiv bleibt und dass sportlicher Wettbewerb herrscht, der nicht verzerrt wird, weil manche Regeln nicht für alle gelten. 

Marken wachsen und schrumpfen. 

Investoren kommen und gehen. 

Der 1. FC Köln bleibt. 

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AG Fankultur
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